Kaiserstuhl

Die Geschichte von Kaiserstuhl

Kaiserstuhler Turm

Das Städtchen Kaiserstuhl liegt nahe der Grenze zum Kanton Zürich und zu Deutschland.
Die im «Kleinen Urbar» von 1227 bis 1234 des Klosters Wettingen erstmals erwähnte Ortschaft und das wohl 1254 gegründete Städtchen präsentiert sich mit seinen historischen Bauten als kompakte Einheit. Sein Ortsbild steht unter dem Schutz der Eidgenossenschaft. Es macht nicht allein einen freundlichen, sondern auch einen stolzen Eindruck mit seinem Jahrhunderte alten, mächtigen Oberen Turm. Dieser überragt das Städtchen und ist ein Rest der ehemaligen, mittelalterlichen Stadtbefestigung, die in Dreiecksform angelegt ist. In südlicher Nachbarschaft zu diesem Turmbau steht das 1764 für den Statthalter Mauritius Buol errichtete spätbarocke Landhaus «Zur Linde» mit einem einmaligen Interieur.


Eine weitere Sehenswürdigkeit im alten Rhein-Städtchen, das in den letzten Jahren immer mehr Besucher anzieht, ist das ehemalige, im 16. Jahrhundert erbaute, spätgotische Amtshaus, des 1807 aufgehobenen Klosters St. Blasien mit den hoch aufstrebenden Treppengiebeln. Die «Genossenschaft Amtshaus Kaiserstuhl» erhielt 1985 als Anerkennung der ausserordentlichen und beispielhaften Leistungen für die Erhaltung, Restaurierung und sinnvolle Nutzung dieses wertvollen und geschichtlich bedeutsamen Baukomplexes im Zentrum des Städtchens den Aargauer Heimatschutzpreis.

Ein paar Schritte daneben steht das feudale Marschall-Mayenfisch-Haus, ein Flügelbau mit einem viereckigen Ehrenhof im französischen Baustil.

Eine barocke Kanzel schmückt die katholische Kirche St. Katharina. Sie ist 1757 fertig gestellt und 1985 von Hans Schibli, Wettingen, meisterhaft restauriert worden. Sie gilt als Hauptwerk des Kaiserstuhler Bildhauers Franz Ludwig Wind (1718-1789). Neben der kunstvoll geschnitzten Kanzel stammen auch die Schnitzereien am Gestühl von diesem bedeutenden Künstler. Im Chor verdienen auch die vom Goldschmied Hans Georg Ohnsorg geschaffenen silbernen Brustbilder von Christus und Maria besondere Beachtung. Ausserdem ist die spätgotische Friedhofkapelle zu erwähnen.

Kaiserstuhl ist nach wie vor ein bevorzugtes Wohngebiet. In den Gassen der Altstadt wurden viele stolze Bürgerhäuser von einst zu stilvollen Eigenheimen und modernen Wohnungen umgebaut. Wer einmal ein Haus in Kaiserstuhl besitzt, trennt sich nur ungern davon; ein Beweis dafür, dass sich in der Kleinstadt angenehm leben lässt, trotz wenigen Arbeitsplätzen und zeitweiligem Fluglärm.
Stolz ist die kleine Gemeinde auch auf ihr idyllisches Freibad in Rheinnähe sowie den schönen Spielplatz beim Blöleboden, welcher 2006 mit dem Aargauer Holzpreis ausgezeichnet wurde.

Das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde wird durch mannigfaltige Aktivitäten musischer, sportlicher und anderer Art gepflegt. Die Gemeinde ist bemüht, dass diese lebendige Kultur auch die Neuzuzüger zum aktiven Mitmachen in den Vereinen und Behörden anregt.

Kaiserstuhl ist mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen. In Richtung Baden und Bülach mit dem Postauto und Richtung Zürich mit der S-Bahn (ZVV-Anschluss S 41). Den Hauptbahnhof Zürich erreicht man per Bahn in 45 Minuten.